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Wasser ist mehr als nur ein Getränk

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Getränke im 1. Lebensjahr. Gesunde Säuglinge die überwiegend gestillt oder hauptsächlich mit Säuglingsanfangsnahrung ernährt werden, brauchen keine zusätzlichen Getränke. Die Verabreichung von Wasser kann für Kinder in den ersten vier Lebensmonaten tödlich sein! Es kann zu einer Wasserintoxikation kommen. Die Risikoschwelle liegt hier bei zum Beispiel einem ein Monate altem Säugling ab/bei einer Wassermenge von 0,4 l. Bei einer zu hohen Wasserverabreichung kann sich ein Hirnödem aufgrund der Verringerung des Natriumspiegels im Blut bilden. Wasser enthält beispielsweise Natrium in einer Menge von 20 mg/l und Muttermilch 120 mg/l. Säuglingsanfangsnahrung enthält 140 bis 420 ml/l.

Das heißt, auch im Sommer bei tropischen Temperaturen, sollten Kinder nach Bedarf gestillt werden bzw. Flaschenkindern am besten Pre-Nahrung, die nach Anleitung zubereitetet, keinesfalls mit Wasser gestreckt wird erhalten, die ebenso nach Bedarf verabreicht werden kann. Gestillte Kinder werden vermutlich häufiger in kleinen Abständen gestillt werden möchten. Die Muttermilch besteht außerdem aus 87,2% Wasser.

Mit dem Beginn der Beikost rund um das 6. Lebensmonat (frühestens ab der 17. Lebenswoche) sollte dem Säugling zu jeder Beikostmahlzeit ein Getränk, idealerweise Wasser, angeboten werden. Leitungswasser muss hier nicht mehr abgekocht werden. Es dürfen nur Wässer die Kennzeichnung „Für die Säuglingsernährung geeignet“ tragen, wenn die genannten Höchstwerte eingehalten werden. Inwieweit das Leitungswasser  für Säuglinge und Kleinkinder geeignet ist erfährt man  bei der Gemeinde. Hausbrunnen sollten immer auf mögliche zu hohe Nitratwerte untersucht werden. Wenn das Leitungswasser (beispielsweise im Urlaubsland, oder der Hausbrunnen) nicht Trinkwasserqualität hat und auch kein abgefülltes Wasser mit der Auslobung “Für die Säuglingsernährung geeignet” zur Verfügung steht, dann sollte mindestens auf folgende 2 Punkte geachtet werden: Nitratgehalt von maximal 10 mg /l und  kein Zusatz von Kohlensäure.

Kinder sollten sich langsam daran gewöhnen zu jeder Mahlzeit etwas zu trinken. Mit dem Übergang auf die Familienkost ab dem 10. Lebensmonat sollten Kinder regelmäßig Flüssigkeit in Form von Getränken zu sich nehmen. Kinder lernen ihr Trinkverhalten in der Familie. Erwachsene leiten sie an und sind ihre Vorbilder, darum sollten auch die Eltern vorzugsweise in der Anwesenheit ihrer Kinder Wasser trinken.

Richtwerte zur Flüssigkeitsaufnahme in Abhängigkeit des Alters

Säuglinge

0-4 Monate 620 ml/Tag als Getränk

4-12 Monate 400 ml/Tag als Getränk sowie 500 ml/Tag durch Nahrung

Kleinkinder

1-4 Jahre 820 ml/Tag als Getränk sowie 350 ml/Tag durch Nahrung

Kleinkinder sollen täglich 6 – 7 Portionen Flüssigkeit aufnehmen, bevorzugt in Form von Trinkwasser. Ideal sind zuckerfreie bzw. ungesüßte Getränke. Fruchtsäfte sind eine mögliche Alternative, wenn sie selten und in verdünnter Form (3 Teile Wasser, 1 Teil Saft) getrunken werden. Andere zuckerhaltige Getränke (z. B. Limonaden, Fruchtnektar, verdünnte Sirupe) sind ebenso wie Getränke mit künstlichen Süßstoffen und koffeinhaltige Getränke für Kleinkinder generell ungeeignet. Ein hoher Konsum zuckerhaltiger Getränke bei Kindern erhöht das Risiko für Adipositas. Die Getränke sollen den Kindern in geeigneten Gefäßen (z. B. Bechern, Tassen, Gläsern) angeboten werden. Ein Dauernuckeln von zuckerhaltigen Getränken aus „Nuckelflaschen“ kann zu Karies führen und soll daher vermieden werden.

Quelle:

Basisliteraturbericht zur Ernährung für ein – bis dreijährige Kinder: Richtig essen von Anfang an; AGES, 2014)

DACH Referenzwert für die Nährstoffzufuhr 1. Auflage, ÖGE

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