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Muttermilch zur Behandlung von atopischer Dermatitis bei Kleinkindern

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Muttermilch ist eine effektive Alternative in der Behandlung von atopischer Dermatitis bei Kleinkindern. Dies zeigten die  Ergebnisse einer kürzlich im Journal of Dermatology veröffentlichten randomisierten klinischen Studie.  Die menschliche Muttermilch  behandelt ein atopisches Ekzem bei Kleinkindern nahezu gleich wie eine 1 % Hydrocortison-Salbe.

Ausgangssituation: Es wird geschätzt, dass, in etwa 15-20% der Kinder  in entwickelten Ländern an AD leiden, und circa 50 % dieser Kinder in den ersten Jahren ihres Lebens ein atopisches Ekzem haben. Viele Faktoren können AD Symptome verursachen oder verschlimmern: Reizstoffe, Allergene, Angst, Stress, Feuchtigkeit, extreme Temperaturen oder Infektionen wie z. B. Staphylokokken, Streptokokken und Herpes simplex. In der konservativen Behandlung wird häufig Gebrauch von entzündungshemmenden Medikamenten mit Kortikosteroiden gemacht, die Nebenwirkungen haben. Die entzündungshemmende Wirkung der Muttermilch ist vor allem auf die Lysozymen, Neutrophilen, Leukozyten und Bifidusfaktoren und Immunglobuline IgA zurückzuführen.

Studie: Um die kurzfristige Wirksamkeit der Anwendung von Muttermilch, im Vergleich zu einer Hydrocortison-Salbe bei Säuglingen mit leichter bis mäßiger Neurodermitis zu untersuchen, führten die Forscher eine randomisierte klinische Studie durch.

116 Kleinkinder (nicht älter als 20 Monate) die mit Neurodermitis diagnostiziert wurden, wurden randomisiert, um Muttermilch oder Hydrocortison als Behandlung zu erhalten.

Intervention: 1% Hydrocortison Salbe wurde 2x täglich auf die erkrankten Hautstellen  aufgetragen. Die zweite Gruppe wurde angewiesen 2x täglich nach dem Stillen Hintermilch auszumassieren und auf die erkrankten Hautstellen aufzutragen.

Ergebnis: Am Tage NULL, sieben, 14 und 21, gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Interventionen in beiden Gruppen zeigten ähnliche Effekte. Die Bewertung der AD erfolgte mittels SCORAD in der Klinik am Tag 0 und 21, bzw. am Tag 7 und 14 durch PO-SCORAD der Eltern. Die Mehrzahl der AD-Fälle in beiden Gruppen galten moderaten Schweregrades. Die Qualität, die externe Validität sowie die Verallgemeinerung der Ergebnisse ist zu relativieren, da die Studie  nur an einem einzigen Standort durchgeführt wurde. Die Drop-out Rate lag bei 10%. Die Beurteilung von BIAS wird als gering eingestuft. Endpunkte wurden in beiden Gruppen zum selben Zeitpunkt erhoben.

Die Wissenschaftler empfehlen die Verwendung von Muttermilch für die Behandlung von atopischen Ekzemen bei Kleinkindern aufgrund seiner heilenden Wirkung, Kosten und Verfügbarkeit.

Referenzen
Kasrae H Et Al. International Journal of Dermatology. 2015; Doi: 10.1111/ijd.12764

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