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Kinderbreie = Zuckerbomben

babybrei

Fertigprodukte für Babys enthalten zu viel Zucker. Zu süßer Breis und zu süße Kekse manipulieren die Geschmacksnerven. Das hat Folgen für später. 

Besonders beliebt für den Beikostbeginn sind  Milch- bzw. Getreidebreie, deren Angebot in den Regalen vielfältig ist. Später sollen dann für Zwischendurch spezielle Babykekse helfen die Kleinen an festere Kost und ans Kauen zu gewöhnen.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich, wollte wissen, wie es um den Zuckergehalt dieser speziellen Produkte für die Kleinsten steht. Im Test: 8 Milch-Getreidebreie, die meist für Babys ab dem vierten Lebensmonat angeboten werden und 8 Babykekse. Die Bewertung erfolgte anhand der Nährwertangaben auf den Produkten.

Für Einjährige seien täglich 14,9 Gramm Zucker gerade noch akzeptabel, hieß es – das entspricht knapp fünf Stück Würfelzucker. Zusätze wie Vanilleextrakt, Bourbon Vanille Extrakt, Vanillin, natürliches Bourbon Vanillearoma oder Zimt sind häufig enthalten, jedoch nicht notwendig. Dadurch steige das Risiko, dass Kinder später lieber zu aromatisierten Industrieprodukten greifen als zu frischen Lebensmitteln.

Werbung suggeriere den Eltern, dass Babykekse herkömmlichen Knabbereien und Fertignahrung einem selbstgemachten Brei überlegen sei. Die AK plädiert deshalb für eine Ampelkennzeichnung, angepasst an die Bedürfnisse von Babys und Kleinkindern, um klare Verhältnisse zu schaffen.

Um sich zu informieren, solle man die Zutatenliste studieren, rät die AK. Der Hinweis „Ohne Zuckerzusatz“ beziehe sich oft nur auf Haushalts- oder Kristallzucker. Es gebe aber noch weitere Zuckerarten, die Lebensmitteln zugesetzt werden können, darunter Fruktose (Fruchtzucker), Dextrose, Glukose und Laktose (Milchzucker).

Diese versteckte Süße und Aromen könne man vermeiden, indem man Babykost selbst zubereitet. Aktuell sind laut dem österreichischen Ernährungsbericht 24 Prozent der sieben- bis 14-jährigen Schulkinder übergewichtig. Der Grundstein dazu werde oft bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter gelegt. (APA, 20.5.2015)

Babybrei-Testergebnisse:

Einzig der untersuchte Babybrei von Holle Bio (Milchbrei Hirse) ist vom Zuckergehalt in Ordnung und enthält keine aromatisierenden Zusätze. Er enthält allerdings Maltodextrin und ist der teuerste der untersuchten Breie (1,28 Euro pro 100g). Spitzenreiter beim Zuckergehalt war Nestle Alete Milchbrei/Grießbrei mit 40 g Zuckergehalt (je 100g). Er enthielt außerdem Maltodextrin, Zucker und aromatisierende Zusätze wie Vanille- und Zimtaroma. Alles weiteren Testergebnisse können hier nachgelesen werden. http://media.arbeiterkammer.at/ooe/KI_2015_T_Babybrei.pdf

Babykekse-Testergebnisse:

Hipp Kinder Apfelkekse haben den niedrigsten Zuckergehalt bei den untersuchten Babykeksen. Spitzenreiter waren beim Zuckergehalt Alete Bären Kekse. Weitere Ergebnisse können hier nachgelesen werden: http://media.arbeiterkammer.at/ooe/KI_2015_T_Babykekse.pdf

Arbeiterkammer-Testergebnis: http://ooe.arbeiterkammer.at/service/testsundpreisvergleiche/tests/Babybrei_und_Babykekse.html

Der Standard: Arbeiterkammer-Test: Babybrei ist häufig Zuckerbombe; 20.5.2015 http://derstandard.at/2000016096192/AK-Test-Brei-als-Zuckerbombe?dst=t.co&ti=aCz5H0LdlyUJYLLjZ8uJHKBqryvHmXQ-k9a_-3DVACmOEfS8o_1lvUJzvyOsZ9oGH_P5n_UqcY974VQOEcBoeu0JrdHc8QFiAQRUaJWVpSMIg436qqQvohK6zZglA-4zcGh1iLKiyiMoibvICOlYyiKKUoU.&at=

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