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Die Milchdrüse – ein ungelöstes Rätsel

Schmerzen in der Brust - schwarz wei

Definition und Neudefinition kritischer Fragen aus der Perspektive der Laktationsberatung. Hierzu wurde kürzlich ein Artikel  im Journal of Mammary Gland Biology and Neoplasia veröffentlicht. Trotz der wissenschaftlichen Fortschritte in der humanen Laktation sieht sich das medizinische Personal mit vielen Still-Problemen in der Lakations-Beratung konfrontiert, die nicht mit normalen Managementstrategien zu lösen sind.

Die primäre unzureichende Milchproduktion wird mittlerweile anerkannt, die Inzidenzraten wurden jedoch bislang nur unzureichend untersucht. Viele Frauen haben eine Vorgeschichte von Unfruchtbarkeit, PCO-Syndrom, Adipositas, Bluthochdruck, Insulinresistenz, Funktionsstörungen der Schilddrüse, bis zu Hyperandrogenismus oder andere Hormonstörungen, während andere keine offensichtlichen Risikofaktoren aufweisen. Einige haben eine tubuläre Brust, sind pubertierend, oder haben eine asymmetrische Brustform was die Frage des unzureichenden Milchdrüsengewebes aufwirft. Andere Frauen haben eine Brust, die innerhalb der normalen anatomischen Grenzen scheint, doch keine normale Laktation. Endokrine Disruptoren können einiger dieser Fälle zugrunde liegen, aber ihre Auswirkungen auf die humane Milchproduktion sind noch unzureichend erforscht.

In ähnlicher Weise könnte ein Prolaktinmangel im Serum oder der Rezeptorzahl, der Rezeptor-Widerstand oder schlechte Bioverfügbarkeit oder die Bioaktivität unzureichende Milchbildung zur Folge haben, diese Möglichkeiten wurden jedoch bis jetzt nur selten untersucht. Ein schwacher oder unterdrückter Milchspendereflex, wird oft angenommen psychosomatisch zu sein, könnte zu Funktionsstörungen der Schilddrüse in Relation stehen oder durch nachgeschaltete Post-Rezeptor-Signalweg Probleme verursacht werden.

In Ermangelung ausreichender Daten zu diesen Situationen wenden verzweifelte Mütter nicht-evidenzbasierte „Heilmittel“ an, manchmal zu erheblichen Kosten und ohne deren Risiken zu kennen.

Gezielte Forschung ist entscheidend, um die evidenzbasierte Strategien zu entwickeln, die die Stilldauer und Erfolgsquoten erhöhen.

Quelle: Lisa Ann Marascohttp: Unsolved Mysteries of the Human Mammary Gland: Defining and Redefining the Critical Questions from the Lactation Consultant’s Perspective; Journal of Mammary Gland Biology and Neoplasia, June 2015
Date: 18 Jun 2015:  //link.springer.com/article/10.1007/s10911-015-9330-7

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